Fantasy Football: Plädoyer für Tyler Boyd

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Heute geht es um Tyler Boyd, Wide Receiver der Cincinnati Bengals. Viele Statistiken und Faktoren sprechen für ein gutes Jahr von Tyler Boyd, dennoch fällt seine Average Draft Position drastisch.

Tyler Boyds ADP im freien Fall – aktuell #82 (WR33)

Von #69 ging es seit dem 10.06. runter auf #82 – in 12er-Ligen fiel Boyd damit etwa eine Runde und das lange nach dem Draft und dem damit verbundenen Pick von Wide Receiver Tee Higgins, den viele als Bedrohung für Boyd sehen. Aktuell wäre Boyd laut ADP in der späten 6. Runde noch zu haben.

Warum ich trotzdem für Tyler Boyd einstehe und was für ihn spricht – lest ihr jetzt.

Angaben beziehen sich auf Half-PPR-Scoring und 12-Team-Ligen.


Rückblick auf 2019

Statistiken:
  • Spiele: 16
  • Receptions: 90
  • Yards: 1046
  • Touchdowns: 5
  • Fantasy-Finish: WR #23 (177 Punkte)

Trotz einer löchrigen Offensive Line und einer schwachen Performance der gesamten Bengals-Offensive konnte Boyd auf einem passablen #23 und damit als WR2 die Fantasy-Saison beenden. Das Quarterback-Play war über viele Strecken fragwürdig und hier tauschte Head Coach Zac Taylor während der Saison durch. Der langjährige Starter Andy Dalton musste nach acht Spielen (0-8 Bilanz) seinen Platz räumen und Backup Ryan Finley das Feld überlassen, ehe Dalton drei Spiele später wieder seinen Spot zurück hatte. Konstanz sieht anders aus.

Auf den anderen Wide-Receiver-Positionen konnte kein Spieler Boyd Last von den Schultern nehmen, weder Auden Tate, Alex Erickson oder John Ross konnten sich zu validen Optionen im Passspiel entwickeln. Die Absenz einer klaren #1 mit dem ganzjährigen Ausfall von Routinier machte sich bemerkbar.

Der Blick nach Vorne

Der Ausblick auf die kommende Spielzeit sieht für Tyler Boyd nahezu ideal aus. Aus folgenden Gründen denke ich, dass Tyler Boyd eine gute Saison spielen wird und seine ADP outperformen wird:

Alle Blicke auf den Heilsbringer

Mit dem First Overall Pick wählten die Bengals wenig überraschend Quarterback Joe Burrow raus. Burrow kommt aus einer historischen College-Saison mit LSU, die im Gewinn der National Championship endete. Mit Burrow kommt ein unangefochtener und qualitativ hochwertiger Starter nach Cincinnati. Wechselspiele wie in der vergangenen Saison wird es nicht geben und voraussichtlich wird Burrow auch die beiden Quarterbacks der letzten Saison spielerisch übertreffen. Die Offense von Zac Taylor sollte – mit einigen Anpassungen an Stärken und Schwächen von Burrow – einen gewaltigen Sprung nach vorne machen.

Passfreudige Offense

Schon in der vergangenen Saison waren die Bengals mit einer Pass-Play-Quote 63,3% das fünftpassfreudigste Team der Liga – im ersten Jahr unter Head Coach Zac Taylor. Eine ähnliche Quote sollte man von der Bengals-Offense mindestens erwarten, wenn nicht sie sogar mit besserem Personal erhöht wird. Das dürfte jedem Green-Higgins-Boyd-Owner gefallen.

Ein kleines Trostpflaster für Mixon gibt es aber dennoch: Sollten die Bengals nicht mehr das Schlusslicht der Liga darstellen werden sie auch öfter in Führung gehen und dann vermehrt laufen, um die Führung zu verwalten. In Sachen Gamescript hat Mixon in der letzten Saison schon den absoluten Tiefpunkt gesehen – in Summe kann es nur aufwärts gehen.

Burrow liebt seine Slot-Receiver

Burrow hat in seiner Rekord-Saison vor allem seinem Slot-Receiver, Justin Jefferson (jetzt Minnesota Vikings), zu Fabel-Zahlen verholfen: Er war Platz #1 in Targets (111), Platz #3 in Yards (1540) und fing 18 Touchdowns (Platz #2 hinter Teamkollege Ja’Marr Chase) – Landesweit. Unvergessen wird dabei seine Performance im Peach Bowl bleiben, in denen Jefferson 14 Pässe für 223 Yards und 4 Touchdowns fing.

Tyler Boyd war trotz Absenz eines klaren X-Receivers in der Bengals-Offense der Slot-Receiver mit 65% Snaps. In der Saison 2018 wurde Boyd sogar in 73% seiner Snaps dort aufgestellt. Ich erwarte eine Steigerung auf mindestens den Wert aus 2018.

Die Bengals bekommen auf Wide Receiver den letzte Saison verletzten A.J. Green zurück, der sich mittlerweile im Herbst seiner Karriere befindet, aber der weiterhin ein sehr talentierter und respektierter Spieler in der Liga ist. Defenses werden sich auf ihn ausrichten.

Der zweite Wide Receiver, der vornehmlich Außen aufgestellt sein wird, ist Tee Higgins. Der Rookie aus Clemson wurde als erster Pick der zweiten Runde aufgestellt und sollte normalerweise auch ab Woche 1 ein Starter sein.

Das alles gibt Boyd a) die Chance wieder mehr in den Slot zu rücken und b) mehr Freiräume die durch die anderen Spieler geschaffen wird.

Boyd ist talentiert

Im Jahr 2018 war Boyd mit 2.00 Yards per Route Run der zweitbeste Slot-Receiver der gesamten Liga. Mit einem unglaublichen Wert von 3.28 Yards war nur Tyreek Hill besser. In 2019 ging diese Zahl etwas zurück (1.88 Yards per Route Run), reichte aber immer noch für Platz #7.

Hier seht ihr das Route Chart von Boyd im Spiel aus Woche 2 gegen die San Francisco 49ers:

In seinem zweitbesten Spiel in Yards (122) bekommt Boyd 10 Targets, fängt alle 10 Bälle und insgesamt 122 Punkte. Bei keiner seiner Receptions ist Boyd als Outside-Receiver aufgestellt.

Bekommt Boyd mehr Spielanteile im Slot sehe ich auch wieder eine steigende Effektivität und damit mehr Punkte für jeden glücklichen Fantasy-Owner.

Zac Taylor = 11-Personnel

Wer sich Sorgen macht das Boyd aufgrund der teaminternen Konkurrenz weniger Snaps bekommen wird kann beruhigt sein. Head Coach Zac Taylor kommt, wie wir alle wissen, aus dem Coaching Tree von Rams-Coach Sean McVay und setzt damit vornehmlich auf 11-Personnel.

Die Bengals spielten im vergangenen Jahr 76% ihrer Snaps im 11-Personnel mit drei Wide Receivern. Hier werden Green, Higgins und Boyd ausreichend Snaps sehen.


Prognose

Mit der aktuellen Draft-Position als #WR33 und damit nur WR3/FLEX-Spieler kann ich nicht übereinstimmen. Tyler Boyd findet nahezu perfekte Umstände für seine Spielweise vor und sollte im zweiten Jahr in der Bengals-Offense unter Zac Taylor und mit Quarterback Joe Burrow einen deutlichen Sprung nach vorne machen.

Seine ADP würde aktuell einen Pick spät in Runde 6 bedeuten. Sollte er bis an diesen Spot fallen wäre ich sehr überrascht und würde ihn mit Kusshand in mein Team holen. Sollte ich mir unsicher sein ihn so spät zu bekommen hätte ich auch kein Problem ab Runde 5 zu zuschlagen.

Weiterer Vorteil für Dynasty-Spieler: Mit 26 Jahren und einer Vertragsverlängerung vor Start des Trainings Camp im vergangenen Jahr bis zur Saison 2023 und einer quasi nicht vorhandenen Verletzungshistorie ist Boyd hier ein verlässlicher Spieler in einem sicheren Umfeld.

Deswegen holt euch Tyler Boyd in euer Team! Meine Prognose für Boyd ist:

Fantasy-Finish: Mid-WR2 (Platz #14-#18)

Tobias

Schreibe über Seattle Seahawks und die NFL. Besondere Liebe zum Fantasy-Football. NFL Draft und Prospect-Fan. Mitglied der German Sea Hawkers e.V.-Redaktion und Ballhawks-Podcast-Rookie.