Review: Buccaneers at Seahawks – Week 9

Gefühlt werden die Siege der Seahawks immer knapper: Diese Woche gewann man mit 40-34 nach Overtime gegen die Tampa Bay Buccaneers. Neue Erkenntnisse über die Seahawks als Football-Team gibt es zu diesem Zeitpunkt immer weniger, aufgreifen möchte ich diese im Folgenden dennoch. Die Seahawks stehen damit bei 7-2 und stehen auf Platz 2 der NFC West, belegen aktuell mit dem 5th Seed einen Playoff-Platz über die Wildcard.

Offense steigert sich von Woche zu Woche

Russell Wilson spielt ohne Zweifel eine herausragende Saison. Doch das geht nicht ohne fähige Mitspieler: Tyler Lockett ist aktuell auf Platz 4 der WR bei Receiving Yards mit 767 Yards und hatte auch am Sonntag mit 13 Receptions für 152 Yards und 2 Touchdowns einen produktiven Tag. Rookie DK Metcalf spielt weiterhin eine sehr gute Rookie-Saison und konnte mit 123 Yards bei 6 Receptions das erste Mal die magische 100-Yard-Marke knacken. Außerdem gelang ihm ein Touchdown.

Carson vollbrachte das Kunststück, gegen die beste Lauf-Defense der Liga auch auf über 100 Yards (105) zu kommen, hatte bei 16 Carries einen Average pro Lauf von 6.6 Yards. Die Statistik wird natürlich durch seinen sehr langen Lauf im dritten Viertel für 59 Yard aufgewertet, ist aber deswegen nicht minder beeindruckend. Am Ende seines langen Laufes zeigte aber auch Carson seine große Schwäche in dieser Saison: er fumbelte den Ball, welcher glücklicherweise ins Seitenaus rollte. Im vierten Viertel verlor Carson noch einen Fumble, der für den ersten Turnover des Spiels sorgte.

Mit großer Überraschung konnten die Seahawks Samstag Josh Gordon über das Waiver Wire akquirieren, dieser wird nächsten Montag zu seinem ersten Einsatz für die Seahawks kommen. Warten auf ein neues Spielzeug wollte Wilson wohl nicht: Jacob Hollister, der via Trade erhaltene Tight End, ehemals Patriots, der über Umwege des Practice Squads und nach der Verletzung von Dissly den Sprung in den Kader schaffte, hatte sein Breakout-Spiel. Hollister fing 4 von 6 Targets für 37 Yards und 2 Touchdowns, zog außerdem eine Pass Interference Strafe nach langem Pass von Wilson auf ihn in der Endzone. Das Resultat war ein First&Goal von der 1 Yard-Line. Den Drive schloß Hollister dann für seinen Touchdown nach kurzer Reception ab.

Schottenheimer passt sich an

Gegen die wie bereits erwähnte beste Lauf-Verteidigung der Liga, dazu gepaart mit Schwächen in der Secondary, war der Gameplan für jeden Laien eigentlich klar. Lasst Russell Wilson werfen! Und Schottenheimer callte ein sehr schönes Offense-Game. Interessant dazu folgende Stats:

Sage und schriebe 29 First Downs wurden beim ersten und zweiten Versuch erzielt. 23 davon wurden durch das Passspiel erzielt. Der oft gescholtene Offense Coordinator zeigte es seinen Kritikern. Und auch seine Plays, vor allem in der Red Zone, waren wieder geschickt ausgewählt: 67% der Trips in die Red Zone wurden zu Touchdowns (4-6).

Defense…

Die andere Seite des Balles zeigt derweil keine Trendwende oder gibt große Hoffnung, dass man diese Saison zu einer zumindest durchschnittlichen Unit wird. Das Hauptproblem dieser Defense ist, dass außer Clowney kein Spieler konstant Druck auf den Quarterback erzeugen kann. Auch verschiedene Blitz-Pakete bringen selten Erfolg, immerhin haben mit Wagner (2) und Kendricks (3) hier zwei LB Sacks auf dem Konto. Auch wenn QB-Pressures beispielsweise eine geeignetere Metrik ist, so sind 15 Sacks in 9 Partien einfach zu wenig für eine NFL-Defense.

Quinton Jefferson, der vor allem in Abwesenheit von Reed gute Leistungen zeigte, war am Sonntag inaktiv. Dort kann man nach einer limitierten Trainingseinheit am gestrigen Tag auf einen Einsatz am Montag hoffen. Ob Neuverpflichtung Ezekiel Ansah dieses Jahr noch einen Impact auf das Team haben wird bleibt abzuwarten: Laut Berichten fehlen ihm aktuell rund 5 Kilogramm Körpergewicht, um ideal aufgestellt zu sein. Das würde zumindest seine Leistungen etwas erklären.

Wenig hilfreich ist aber auch die weiche Coverage in der Secondary. Immer wieder stehen, vermutlich schematisch bedingt, die Verteidiger weit weg von ihren Gegenspielern in ihren Zonen, lassen leichte Receiving Yards zu. Und dann gibt es das ewige Thema der Base-Defense. Hier noch einmal ein Tweet dazu:

Und Diggs ist da schon gutes Stichwort: Seine Genesung kann gefühlt gar nicht früh genug kommen, um der Seahawks-Defense vielleicht doch noch einen Schub zu geben.

On Tape

Wie auch in den letzten Wochen habe ich mir das All-22 vom Spiel nochmals angesehen und einige interessante Plays festgehalten. Zu finden im Thread bei Twitter:

Ausblick

Die Seahawks stehen damit bei 7-2 und treffen im Monday Night Game auf die bis dato ungeschlagenen 49ers (8-0). Mit einem Sieg gegen die 49ers wäre die Division wieder weit offen, ein Sieg des Teams aus San Francisco würde erstmal 2 Spiele Rückstand auf die 49ers bedeuten. Nach dem Spiel am Montag gehen die Seahawks in die Bye-Week, haben spielfrei. Hier kann man hoffen, dass kleinere Blessuren auskuriert werden könnten und die Seahawks im Anschluss noch einmal einen Gang höher schalten können. Beim Ausblick auf das Restprogramm wäre das nötig: Auswärts in Philadelphia, Zuhause gegen die Vikings, Auswärts gegen die Rams ist der Three Game Stretch nach der Pause, der maßgeblich über den Einzug in die Playoffs entscheiden wird.

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