Review: Saints at Seahawks – Week 3

Am vergangenen Sonntag mussten die Seahawks den ersten Dämpfer der noch jungen Saison hinnehmen, sie verloren ihr Heimspiel gegen die New Orleans Saints, die ohne Franchise-Quarterback Drew Brees anreisten, mit 27-33.

Vor allem individuelle Fehler machten den Seahawks das Leben schwer gegen höchstens durchschnittliche Saints, die von einem überragendem Alvin Kamara getragen wurden.

Laufspiel wird zum Sorgenkind

Fumbles und miserables Run-Blocking: Die Sorgen rund um das Laufspiel werden bei den Seahawks immer größer. Der eigentliche Lead-Back, Carson, machte Sonntag seinen wenig schmeichelhaften Hattrick voll, verlor den dritten Fumble im dritten Spiel, dieser war besonders kostspielig: Der Fumble wurde zum Touchdown zurück getragen.

Die Offense Line trägt aktuell auch nicht viel zum Erfolg des Laufspiels bei. Selten werden Lücken frei geblockt, oft waren die Verteidiger nach der Ballübergabe bereits im Backfield der Seahawks.

Chris Carson: 15 Carries, 53 Yards, 3.5 AVG

C.J. Prosise: 7 Carries, 5 Yards, 1.3 AVG

Russell Wilson: 7 Carries, 51 Yards, 7.3 AVG, 2 TD

Mit dem Blick auf die Statistik hatte ich bei Carson sogar einen schlechteren AVG-Wert erwartet. Bester Läufer war wieder, wie in eigentlich vergangenen Tagen, QB Russell Wilson, der sowohl im Lauf- als auch im Passspiel immer gefährlich war und nahezu fehlerfrei spielte.

Kostspielige Fehler im Special Team

An gleich zwei Touchdowns sind die Special Teams maßgeblich beteiligt.

Der erste Punt von Michael Dickson, der für seine Verhältnisse wirklich nicht gut war, wurde nur von der schlechten Punt-Coverage übertroffen und Punt Returner Deonte Harris konnte den Ball vergleichsweise einfach in die Endzone befördern.

An diesem Tag konnte aber auch das noch übertroffen werden: Beim Field Goal Attempt der Saints im dritten Viertel, der Kick ging daneben, stellte sich Veteran Al Woods gegenüber des Long Snappers auf, was eine Strafe und ein First Down zur Folge hatte. Wenig später fing Michael Thomas einen 1-Yard Pass zum Touchdown.

Flowers und D-Line eher schwach

Flowers lässt immer ziemlich viel Platz zu seinem Receiver. Das kann durch das Scheme gewollt sein, erlaubt dem Gegner dadurch aber leichte Yards. Beim 1-Yard Touchdown durch Thomas, ein Bubble Screen zur linken Seite, ist aber ein Play, bei dem man schnell und eng beim Gegenspieler sein muss. Flowers wirkte in dieser Situation schlicht schläfrig und erlaubte die einfache Reception.

Die D-Line, die erstmal mit Ezekiel Ansah auflief, erzeugte so gut wie keinen Druck auf Teddy Bridgewater, der den Ball immer schnell los wurde. Nur sieben seiner Pässe warf Bridgewater für mehr als 10 Yard. Einzig Quinton Jefferson, der seine bisher beste Saison spielt, konnte 2 QB-Hits auf seinem Konto verbuchen.

Coaching-Fehler

Das Playcalling der Seahawks wird gerne kritisiert, mal zurecht, mal nicht. Das soll heute aber nebensächlich betrachtet werden. Schwerwiegender waren vor allem das mangelnde Timeout- und Clock-Management.

Kurz vor der Halbzeit konnte Wilson noch einen langen Pass auf Metcalf komplettieren. Dieser setzte sich gegen zwei Verteidiger durch, wollte sich erneut für das nächste Play aufstellen, doch hatte keine Chance gegen die auslaufende Uhr. Die Seahawks hätten vor diesem Play eines ihrer zwei (!) verbleibenden Timeouts nehmen müssen, um die Uhr zu stoppen und hätten anschließend noch einen Wurf in die Endzone wagen können oder aber um sicher zu gehen einfach ein Field Goal kicken können. Der Rückstand hätte sich somit auf 10 verringert. So ging man mit einem 13 Punkte Rückstand in die Pause.

Nach dem zweiten Touchdown von Wilson hätten die Coaches für die Two-Point Conversion gehen müssen, um bei erfolgreichem Versuch mit der Verkürzung des Rückstands auf 11 Punkte ein vermeintliches Two-Score-Game aus dem Spiel machen zu können.

Die fragwürdige Challenge für Pass Interference, die Pete Carroll challengen wollte, die aber in dieser Form gar nicht zu challengen war, setzte dem Ganzen die Krone auf. Das Vergehen des Verteidigers an Malik Turner war ein kurzes Halten, als Wilson den Ball noch in der Hand hatte. Somit ist das Play nicht als Defense PI zu challengen.

Carroll selbst zeigte sich nach dem Spiel aber auch sehr einsichtig, war mit sich selbst sehr unzufrieden und zeigt wieder, dass er ein Players Coach ist. Schade aber, dass Carroll auch Einsicht für seine ausgespielten Versuche im vierten Versuch zeigte. Das war für mich einer der Lichtblicke, auch wenn einer der ausgespielten Versuche in der eigenen Hälfte in der zweiten Halbzeit, aber in Rückstand, dann für ein kurzes Field und einen Touchdown der Saints führte.

Hoffnung

Als Anhänger der Seahawks kann man aber trotzdem auch viel Gutes aus dem Spiel ziehen. Man dominierte die Saints statistisch gesehen. Wilson ist weiterhin in absoluter Topform. K.J. Wright machte sein bestes Spiel seit langer Zeit und zeigte damit, dass er nicht zum alten Eisen gehört. Die Lockett-Wilson Connection ist weiterhin da und sehr produktiv. Metcalf hat absolutes Big Play Potenzial. Griffin findet immer mehr zu seinem Spiel und Form, ist in der Secondary einer der Hoffnungsträger für die Seahawks.

On Tape

Viele der angesprochenen Szene habe ich erneut bei Twitter mit einer kurzen Beschreibung hochgeladen:

To-Do für Woche 4

Die Seahawks gastieren in Glendale, Arizona im ersten Divisionduell der Saison bei den Cardinals, Kick-Off ist um 22:05 MESZ. Einige der Punkte, die dringend verbessert werden müssen:

  • Tackling auf Normalniveau
  • Mehr Nickel/Dime-Defense gegen die Cardinals-Offense (87% ihrer Offense-Snaps mit 3 oder mehr WR)
  • verbesserte Special Teams (Vermeiden von Strafen/individuellen Fehlern)
  • besseres Time-Management
  • besseres Run-Blocking

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