Review: Seahawks at Panthers – Week 15

Die Seattle Seahawks gewinnen ihr elftes Spiel der laufenden Saison mit 30-24 bei den Carolina Panthers und haben damit ihre Pflichtaufgabe im Kampf um die Playoffs erledigt. Abhängig von den anderen Ergebnissen könnten die Seahawks damit den Einzug in die Playoffs perfekt gemacht haben. Dazu müssten im späten Slot entweder die Minnesota Vikings (vs. Los Angeles Chargers) oder die Los Angeles Rams (vs. Dallas Cowboys) ihr Spiel verlieren.

Der erste Schock für diejenigen, die es mit den Seahawks halten, kam schon vor dem Spiel. Die prominent besetzte Inactive-Liste:

Mit Jadeveon Clowney, Shaquill Griffin, Mychal Kendricks und Ziggy Ansah fehlten vier Starter der Seahawks-Defense.

Erste Hälfte

Die Seahawks-Offense, letzte Woche noch ohne eigenen Touchdown geblieben, konnte direkt im ersten Drive des Spiels scoren. Den über 8 Plays, 75 Yards und 4:34 Minuten andauernde Drive vollendete Chris Carson mit einem Lauf über die rechte Seite – 16 Yards – für den Touchdown. Jason Myers verpasste es, den Extrapunkt zu verwandeln. Somit gingen die Seahawks mit 6-0 in Führung.

Die, wie bereits beschrieben, dezimierte Defense der Seahawks konnte den ersten Drive der Panthers sofort stoppen – 3 & Out.

Wenig später konnten die Seahawks erneut scoren: DK Metcalf konnte nach Abstinenz wieder einen Touchdown fangen. Die Seahawks führten nun mit 13-0. Im Gegenzug kommen aber die Panthers das erste Mal aufs Scoreboard. Nach einem langem Drive, bei dem die Panthers zahlreiche Option- und Run-Plays mixten lief McCaffrey in die Endzone. 13-7.

Die Seahawks schlugen aber prompt in Form von Tyler Lockett zurück und erhöhten auf 20-7. Lockett, zuletzt durch eine Schienbeinverletzung und Krankheit geschwächt und nicht bei vollen Kräften, machte einen deutlich besseren Eindruck, konnte zuvor auch schon eine lange Reception verzeichnen und belebte damit die alte Wilson-Lockett-Connection wieder.

In Abwesenheit der namhaften Pass-Rusher wie Ezekiel Ansah und Jadeveon Clowney machte mit einem Sack, der den darauffolgenden Drive der Panthers jäh stoppte, Rasheem Green wieder einmal einen Eintrag in die Notizbücher. Green zeigt in seinem zweiten Jahr und vor allem in den letzten Wochen eine stark aufsteigende Form und kann diese langsam aber sicher auch statistisch untermauern.

Mit dem Stopp der Defense kurz vor der Halbzeit und einer guten Möglichkeit, im Two-Minute-Drill über das Feld zu marschieren, konnten die Seahawks den Ball nicht aus der eigenen Redzone bewegen. Im zweiten Down konnte Russell Wilson keinen Passempfänger ausmachen und wurde durch den ehemaligen Seahawk Bruce Irvin gesackt.  Es kam noch schlimmer: Bei 3 & 17 wurde ein Lauf gecallt, Prosise war der prädestinierte Ball-Carrier. Statt entweder Punkte oder Zeit von der Uhr zu nehmen fumbelt Prosise den Ball. Der Call auf dem Spielfeld war ein Fumble, wurde jedoch durch Booth Review zurückgenommen. Die Seahawks konnten noch einmal aufatmen, punteten den Ball aus denkbar ungünstiger Feldposition an die Mittellinie. Die Panthers mussten anschließend nach einer Strafe für einen Illegal Block in the Back nochmal 10 Yards zurück. Den Drive der Panthers beendete dann aber Bobby Wagner mit einer Interception und konnte damit jeglichen Schaden abwenden.

Mit einer Halbzeitführung von 20-7 ging man in Carolina anschließend in die Pause. Die Panthers bekamen nach der Halbzeit den Ball.

Zweite Hälfte

Die Panthers-Offense kam mit dem gleichen Konzept aus der Pause wie zu Beginn des Spiels. Vielfach wurden Screen-Pässe, Option-Plays und Runs eingesetzt, bei denen die Seahawks sich nicht erst seit Heute schwer tun, diese zu verteidigen. In Folge dessen kommen die Panthers ohne explosive Plays aus, können aber konstant Raumgewinne erzielen. Die Panthers brachten es im Opening Drive der zweiten Hälfte nur zu einem Field Goal, verkürzten so auf 20-10.

Die ohnehin stark geschwächte Defense musste zusätzlich zu den inaktiven Spielern während der Partie auch noch auf Quandre Diggs verzichten, dessen Rückkehr mit einer Knöchelverletzung fraglich war. Doch ungeachtet der Ausfälle konnten die Seahawks einen weiteren Turnover forcieren: Poona Ford gelang es, einen Pass von Kyle Allen zu tippen und Routinier K.J. Wright konnte den hochgesprungenen Ball aufnehmen. Damit gelang es den beiden langjährigen Kollegen Wagner und Wright jeweils eine Interception in wichtigen Situationen für die Seahawks zu fangen.

Aus diesem Turnover konnte die von Brian Schottenheimer geführte Offense aber kein Kapital schlagen. Mit einem Lauf beim First Down und anschließendem Call eines Trick Plays, bei dem Josh Gordon die Rolle des Passwerfers einnahm und den Ball prompt in die Hände von Panthers-Verteidiger Tre Boston platzierte. Doch auch das war nicht genug: Direkt den ersten Passversuch durch Kyle Allen nach der Boston-Interception konnte K.J. Wright wieder fangen, ihm gelang damit die zweite Interception des Tages.

Aus der wiederholten Einladung, von Kyle Allen höchstpersönlich, machten die Seahawks wieder denkbar wenig: Bei 4&1 tief in der Redzone entschied man sich für das Kicken eines Field Goals und konnte die Führung auf 23-10 erhöhen. Die Entscheidung wird voraussichtlich in der Nachbetrachtung des Spiels wieder ein oft genannter Kritikpunkt werden.

Bei noch 7:18 Minuten auf der Uhr konnte Carson einen langen Drive der Offense mit seinem zweiten Touchdown am heutigen Tag abschließen. Bei 4 & 1, nach verlorener Challenge, lies Pete Carroll seine Offense (richtigerweise) auf dem Feld und Carson konnte die restlichen sechs Yards in die Endzone im wahrsten Sinne des Wortes erkämpfen. Mit anschließendem Extrapunkt und einem Spielstand von 30-10 machten die Seahawks hier endgültig den Deckel auf das Spiel.

Der zweite Touchdown am Tag von Christian McCaffrey war am Ende des Tages nur noch Ergebniskosmetik, meinte man zu diesem Zeitpunkt zumindest. 30-17.

Eine Schrecksekunde für die Seahawks in diesem Drive abseits vom Touchdown: Der Leader der Defense, Bobby Wagner, blieb unglücklich im Rasen hängen und nach der Aktion liegen. Konnte das Spielfeld aber ohne Unterstützung verlassen, kehrte danach aber aufgrund des Spielstands nicht mehr zurück. Von der Sideline hörte man das es sich um eine Knöchelverletzung handelte, hier muss man die Stimmen und Prognosen nach dem Spiel abwarten.

Mit einem 7 Play, 84 Yards Touchdown-Drive (Kyle Allen auf Curtis Samuel für 6 Yards) und das in nur 1:11 Minuten konnten die Panthers in zwei aufeinanderfolgenden Drives Touchdowns erzielen. Eine Mischung aus zu softer Coverage und dem Fakt, dass viele Starter in der Defense fehlten, ließen die Panthers über das Feld spazieren. Und die Seahawks machten, wie so oft, das Spiel unnötig spannend.

Und die angesprochene Wilson-Lockett-Connection lieferte in der Crunch Time erneut ab:

Nach einem weiteren First Down, erlaufen durch Chris Carson, der mit 133 Yards, 2 Touchdowns und 5.5 Yards pro Lauf eine Glanzleistung zeigte, konnten die Seahawks in der schönsten Formation im Football, der Victory-Formation, aufs Feld kommen, abknien und die restliche Zeit auslaufen lassen. Der elfte Sieg der Saison der Seahawks ist perfekt.

On Tape

Nach Sichtung des All-22 verfügbar.

Fazit

Auch wenn die eigene, ersatzgeschwächte Defense durch die Offense der Panthers nicht wirklich gefordert war so zeigte man über das gesamte Spiel eine couragierte Leistung. Mit zwei Interceptions ist vor allem K.J. Wright zu nennen, der ein sehr gutes Spiel machte. Die Secondary, geschwächt durch Ausfälle von Quandre Diggs und Shaquill Griffin, wurde nie ernsthaft durch Kyle Allen geprüft, welcher spürbar durch den Offensive Coordinator der Panthers versucht wurde zu verstecken.

Die Offense erwischte nach dem scorelosen Spiel gegen die Los Angeles Rams wieder einen deutlich besseren Tag, lief vor allem in weiten Teilen der ersten Hälfte flüssig und konnte früh einen Vorsprung ausbauen. Man konnte sich aber glücklich schätzen, dass man gegen eine harmlose Offense spielte, die es lange Zeit nicht schaffte zu punkten. Denn auch die Seahawks-Offense nahm sich während des Spiels eine lange Auszeit, in der kaum ein Drive mit Punkten beendet wurde. Herauszuheben sind Russell Wilson, der mit 20/26 Attempts, 286 Yards und 2 Touchdowns gewohnt effizient spielte. Chris Carson, der wie bereits genannt, 133 Yards erlief. Und Tyler Lockett, der wieder ganz der Alte war: 8 Receptions für 120 Yards und einen Touchdown.

Ausblick

Die Seahawks beenden ihre Saison mit zwei Heimspielen. Zuerst wartet mit den Arizona Cardinals eine Pflichtaufgabe auf das Team von Pete Carroll, ehe es in Woche 17 zum Showdown gegen die San Francisco 49ers kommen wird. In diesem Spiel kann es sowohl um die Krone in der NFC West gehen, abhängig von den Ergebnissen bis dahin aber auch noch um den No. 1 oder No. 2 Seed, gehen.

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