Schnellcheck: Colby Parkinson – TE – Stanford

Und noch ein Tight End? Viele Anhänger der Seahawks waren ob der Auswahl des Front Offices erst etwas überrascht. Im Roster der Seahawks befinden sich aktuell Will Dissly, Greg Olsen, Luke Willson und Jacob Hollister, die Personalplanungen auf der Position galten als abgeschlossen. Richtet man aber einen genaueren Blick auf die Situation bei den Tight Ends fällt auf, warum der Pick von Colby Parkinson sehr sinnvoll ist.

Will Dissly musste seine ersten beiden Spielzeiten mit schweren Verletzungen frühzeitig beenden. Greg Olsen und Luke Willson sind im Herbst ihrer Karriere, spiele jeweils auf kurzfristigen Einjahresverträgen. Und Jacob Hollister, der als Receiver eine zuverlässige Anspielstation war, offenbarte Schwächen im Blocken.

Kurzinfos

  • Alter: 20
  • College: Stanford
  • Größe: 201 cm
  • Gewicht: 113 kg
  • Spiele im Junior-Jahr: 12
  • Receptions: 48
  • Yards: 589
  • Touchdowns: 1

Stärken

Parkinson hat aufgrund seiner Größe einen enormen Frame, hat dadurch auch einen großen Catch-Radius. Parkinson hat sichere Hände, folgender Tweet unterstreicht das:

Parkinson versteht es, sich von Press-Coverage zu lösen und arbeitet dabei sehr aktiv mit seinen Händen, um sich vom Verteidiger zu lösen. Im Run-Blocking erledigt er seine Aufgabe meist zufriedenstellend, im Pass-Blocking wurde er wenig bis gar nicht eingesetzt. Er verfügt über ein gutes Route-Running, wird auch oft Outside als Receiver aufgestellt und ist daher variabel in der Offense einsetzbar, kann für gegnerische Verteidigungen ein Match-Up-Albtraum werden.

Schwächen

Parkinson ist wahrlich kein Elite-Blocker und in der Hinsicht noch ziemlich roh. Er verpasst auch mal Blöcke komplett. Schlimmer wird es noch, wenn er Outside blocken muss, zum Beispiel bei Screen-Plays. Hier gelingt es ihm oft nicht, Kontakt zum Verteidiger aufzunehmen und den Block zu setzen. Sein fehlender bis kaum vorhandener Einsatz als Blocker in der Pass-Protection lässt vermuten, dass Parkinson hier noch eklatante Schwächen aufweist.

Fazit

Wie auch schon in meiner Position-Review zur Tight-End-Gruppe im NFL Draft beschrieben ist für mich Parkinson noch ein sehr rohes Prospect. Sein junges Alter ist für mich die enorme Upside, die der Mitspieler mitbringt. Mit einem Alter von 21 Jahren während seiner Rookie-Saison ist Parkinson ein sehr junges Prospect und er bringt dazu eigentlich alle körperlichen Voraussetzungen mit, um auch ein zumindest passabler Blocker in der NFL zu werden. Das Asset was er sofort mitbringt ist es, eine sichere Anspielstation und mit der enormen Größe und seinen sicheren Händen ein beliebtes Ziel für Russell Wilson in der Seam oder Flat zu sein. Das andere Einsatzgebiet für Parkinson dürften Receptions in der Red-Zone und End-Zone werden.

Ausblick

Trotz der eigentlich tief besetzten Tight-End-Gruppe bei den Seahawks ist Parkinson eine sinnige Ergänzung, von der man aber nicht sofort einen Impact erwarten kann oder muss. Sollten die restlichen Spieler der Unit fit sein kann es sogar sein, dass Parkinson im ersten Jahr sehr wenig Snaps sehen wird. Dazu sei aber gesagt, dass die Verträge von Greg Olsen und Luke Willson nur für die kommende Saison gelten, im zweiten Jahr sollten sich für Parkinson bei entsprechender Entwicklung deutlich mehr Möglichkeiten ergeben.

Das ist aber ein großes Wenn, denn vor allem Will Dissly war zuletzt von Verletzungen geplagt und ob er zum Saisonstart, wann immer dieser sein mag, fit ist ist noch nicht abzusehen. Mit Luke Willson und Greg Olsen hat man zwei Spieler, die jenseits der 30 Jahre sind und mit denen man nicht für die komplette Saison planen sollte. Willson hatte letztes Jahr einige muskuläre Beschwerden, Olsen hatte in zwei der letzten drei Saisons nur die etwa die Hälfte der Spiele aufgrund von Verletzungen absolviert. Mut gibt aber die letzte Saison, in der Olsen 14 Spiele absolvierte und “nur” wegen einer Gehirnerschütterung ausfiel.

Ein anders gelagerter Fall könnte Jacob Hollister sein. Nach seiner ordentlichen letzten Saison, in der vor allem als Receiver die Aufgaben von Will Dissly übernahm, belegten die Seahawks Hollister mit einem Second-Round-Tender, verpflichteten damit den Spieler für ein Jahr und etwa 3,3 Mio. Sollten die Seahawks Cap-Space benötigen können Sie Hollister entlassen und würden damit das komplette Gehalt sparen ohne den Cap mit Dead-Cap zu belasten. Eine Option, die man auf jeden Fall im Hinterkopf behalten sollte.

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