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Schnellcheck: DeeJay Dallas – RB – Miami

Die Seattle Seahawks führten auch in diesem Jahr eine kleine Tradition weiter und pickten erneut einen Running Back: In Runde 4 mit Pick 144 wurde DeeJay Dallas von den Miami Hurricanes gewählt. Über den Draft-Zeitpunkt möchte ich gar nicht groß weiter sprechen, es hätte mit Sicherheit auch ein Running Back ein oder zwei Runden später getan. Die Vorgehensweise an sich finde ich auf der Position des Running Backs aber in Ordnung, denn jedes Jahr wird mit Mid- bis Late-Round Picks ein Spieler auf einer Position gewählt, die eine kurze Karriere haben. Man stattet das Roster mit jungen und frischen Beinen aus und hat nur die Kosten eines günstigen Rookie-Vertrages. Einzig aus der Reihe fällt der Pick von Rashaad Penny, der durch einen Erstrundenpick den Weg in den Pacific Northwest fand und den Draft-Status, wenn man das auf dieser Position überhaupt machen kann, gerechtfertigt hat.

Die deutlich besseren Beispiele aus den letzten Jahren sind Spieler wie Travis Homer, der Ende der vergangenen Saison eine ordentliche Rolle spielen konnte oder natürlich Chris Carson, der als Siebtrundenpick in den letzten beiden Jahren die Rolle des Lead-Back inne hatte und damit die Erwartungen an ihn übertroffen hat. Auch die Fumble-Probleme, die letztes Jahr sehr ausgeprägt waren, sollte dies im Rückblick nicht schmälern.

Aber genug mit der Vergangenheit und den Blick nach vorne auf DeeJay Dallas:

Kurzinfos 

  • Alter: 21
  • College: Miami
  • Größe: 178 cm
  • Gewicht: 97 kg
  • Spiele im Junior-Jahr: 10
  • Attempts: 115
  • Yards: 693
  • Touchdowns Running: 8
  • Receptions: 14
  • Yards: 140
  • Touchdowns Receiving: 2

Stärken

Dallas ist mit der geringen Körpergröße und dem dazu üppigen Gewicht ein Spieler, den ich als guter Contact-Runner sehe, der viele Yards nach dem Kontakt erlaufen kann und sich auch regelmäßig von Tackles löst. Versucht der Verteidiger nur ein Arm-Tackle gegen Dallas hat dieser das Nachsehen und Dallas zieht davon. Seine Vergangenheit als Wide Receiver ist für mich auch die große Upside die Dallas mitbringt, denn er ist in der Lage seinen Catch-Radius zu erweitern, kann Bälle außerhalb seine Frames fangen. Sehr beachtlich war dabei sein One-Handed Catch im Spiel gegen Florida bei einem verzögerten Screen-Pass, den Dallas als wäre es das natürlichste auf der Welt herunter pflückte und anschließend noch einige Yards Raumgewinne erzielen konnte.

Laut eigener Aussage liebt es Dallas zu Blocken und das sieht man. In der Pass-Protection ist er schon sehr weit und das in seinem erst zweiten Jahr als Running Back. Er scannt sehr gut das Feld, reagiert gut auf heranstürmende Verteidiger und ist fähig den Blitz der Verteidigung aufzunehmen. Und die Blocks setzt er dazu noch sehr hart und brutal, lässt den Verteidiger nicht an den Quarterback. Das sieht man bei Running Backs aus dem College oft nicht in der Zuverlässigkeit wie sie Dallas zeigt.

Schwächen

Dallas ist am ehesten als Straight-Line-Runner zu beschreiben. Richtungs- und/oder Tempowechsel sieht man dabei nicht häufig. Dabei verfügt er aber auch keinen Speed der ihn zum Home-Run-Runner macht: Mit einer Zeit von 4,58 Sekunden beim 40-Yard-Dash ist er nur Durchschnitt. Das in Verbindung mit seiner noch, mutmaßlich aufgrund seiner kurzen Karriere als Running Back, sehr wenig ausgeprägten Entscheidungsfindung lässt dann viele Plays einfach verpuffen.

Fazit

DeeJay Dallas ist ein solider Spieler, dessen größtes Verkaufsargumente die wirklich gute Pass-Protection sein sollte. Hier hat beispielsweise Rashaad Penny zu Beginn seiner Karriere große Probleme gehabt, was ihn schlussendlich den Starting-Spot kostete. Weiterhin ist er durch seine Stärken als Contact-Runner mit der geringen Größe, aber dem hohen Gewicht, schwer zu Boden zu bringen. Das größte Potenzial nach oben hat er aber durch seine Receiving-Fähigkeiten.

Ausblick

Ich hätte persönlich den ein oder anderen Running Back lieber in Seattle gesehen, namentlich wäre da auf jeden Fall Eno Benjamin zu nennen, der dem Running-Game eine andere Dimension gegeben hätte und vor allem als Outside-Runner Rashaad Penny Konkurrenz hätte machen können. Apropos Penny: Dieser wird die kommende Saison vermutlich auf der PUP-Liste (Physically Unable to Peform) beginnen. Allein deshalb ist der Pick sinnvoll. Denn aktuell sind mit Chris Carson und Travis Homer nur zwei weitere und fitte Running Backs im Roster. Dallas wird sich damit vorerst mit Homer, dem ehemaligen Kollegen vom College (beide spielten in Miami und teilten sich vorletztes Jahr noch das Backfield) um den Backup-Spot hinter Carson streiten, bevor dann je nach Fitnesszustand Penny wieder in zweite Glied rutschen wird. Ob er es jemals zum Starter in der NFL schaffen wird? Das wage ich Stand heute auf jeden Fall zu bezweifeln und sehe in Dallas auch nur die Reservistenrolle, die er aktuell auch ausführen wird.

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